Forschung im 1:1 Maßstab

Zahlreiche Forschungsprojekte mit Forschungs- und Industriepartnern zeigen die Notwendigkeit eines Forschungszentrums dieser Dimension. Folgende Projekte geben einen kurzen Einblick in unsere Tätigkeiten.

BRAFA

Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen und Antriebssystemen werden aus Klima und Umweltschutzgründen verstärkt in den Einsatz kommen. Das Verhalten derartiger Fahrzeuge bei Unfällen mit Brandauslösung ist jedoch größtenteils noch unerforscht. Anhand dieses Forschungsprojektes soll der Wissensstand über die Entwicklung, die Folgen und Risiken von Bränden von Fahrzeugen mit alternativen Antriebssystemen merklich verbessert werden. Dies ist notwendig, um den bestehenden Sicherheitsstandard der Straßeninfrastruktur (vornehmlich bei Straßentunnel) erhalten zu können und Einsatzkräften (Feuerwehr, aber auch Rettung und Ersthelfer) die Einschätzung von Gefahrensituationen ermöglichen zu können.

ETU-ZAB

Österreich verfügt über eine große Anzahl an Untertage-Infrastrukturen wie Straßen- oder Eisenbahntunnel, U-Bahnstationsbauwerke und -streckenröhren, untertägige Energieversorgungsanlagen, Wasserver- und -entsorgungsanlagen, Kommunikationsinfrastrukturen, untertägige Bergbauanlagen, Tiefgaragen, Bergbahnen und ähnliche. Alleine bei Straßentunnelanlagen sind derzeit insgesamt 164 Tunnel mit 383 km Länge in Betrieb, bei Eisenbahntunnelanlagen sind es 246 Anlagen mit insgesamt 254 km Länge. Die Brandkatastrophen von Kaprun, im Mont Blanc- und im Tauerntunnel aber auch Terroranschläge wie jene in der Londoner und St. Petersburger U-Bahn sowie nicht zuletzt das Grubenunglück Lassing gaben Anlass zur Intensivierung der Anstrengungen für die Sicherheit. 
Erhöhung der Sicherheit in Untertagebauwerken sowohl während der Bau- als auch während der Betriebsphase. Die Ereignisse verdeutlichen auch die Notwendigkeit einer akteursübergreifenden Zusammenführung und Weiterentwicklung von Kompetenzen zur Abwicklung von Einsätzen in Untertage-Infrastrukturen.
Das Konsortium vereint aus diesem Grund die wichtigsten bei Ereignissen in Untertage- Infrastrukturen involvierten Organisationen und InfrastrukturbetreiberInnen, um vorhandene Notfallkompetenzen zu Themen der Prävention, der Folgenbewältigung nach Ereignissen und der sicherheitstechnischen Optimierung von derartigen Infrastrukturen zu bündeln.

 

NIKE

Im Rahmen des Forschungsvorhabens NIKE(NIKE steht für Nachhaltige Interdisziplinarität in Komplexen Einsätzen untertage) beschäftigen sich die Streitkräfte des Österreichischen Bundesheeres in einem interdisziplinären Ansatz mit Verfahren zur Bewältigung komplexer untertägiger Einsätze, führen die erforderliche Ausbildung durch und entwickeln eine VR-fähige 3D-Umgebung für Einsatzführung und Training. Das Zentrum am Berg bietet dabei die ideale Forschungs-, Entwicklungs- und Trainingsplattform. Die Partnerschaft zwischen dem Kommando Streitkräfte und der Montanuniversität Leoben ermöglicht den optimalen Austausch im Rahmen der experimentellen Fähigkeitsentwicklung.

 

RICAS2020

Die RICAS2020-Entwurfsstudie für die europäische unterirdische Forschungsinfrastruktur im Zusammenhang mit dem fortgeschrittenen adiabatischen Druckluftspeicher (AA-CAES) wird Konzepte zum Aufbau einer Forschungsinfrastruktur für die unterirdische Speicherung sehr großer Mengen grüner Energie liefern. Der große Vorteil der neuen Konzepte besteht darin, dass die unterirdische Energiespeicherung unabhängig von den geologischen Gegebenheiten und auch an allen Orten mit hohem Energiebedarf durchgeführt werden kann.
RICAS2020 wird als Erweiterung der Forschungsinfrastruktur Research @ ZaB in Eisenerz, Österreich, errichtet, die von der österreichischen Regierung finanziert wird und als europäische unterirdische Forschungs-, Trainings- und Testeinrichtung für unterirdische Mobilität einschließlich Tunnel und U-Bahnen konzipiert ist.

Dragon

In naher Zukunft werden in der europäischen Tiefbauindustrie voraussichtlich rund 800 Millionen Tonnen Bodenschätze aus Tunneln, U-Bahnen und anderen unterirdischen Bauten wie unterirdischen Kraftwerken, Abwassertunneln usw. abgebaut. Derzeit wird dieses Aushubmaterial in der Regel auf Deponien entsorgt. Eine effiziente Nutzung vor Ort oder in anderen Industriebereichen ist daher von großem wirtschaftlichem und ökologischem Interesse.