Forschung im 1:1 Maßstab

Zahlreiche Forschungsprojekte mit Forschungs- und Industriepartnern zeigen die Notwendigkeit eines Forschungszentrums dieser Dimension. Folgende Projekte geben einen kurzen Einblick in unsere Tätigkeiten.

MED1stMR

2021- 2024

Partner: AIT Austrian Institute of Technology GmbH – Center for Technology Experience, Johanniter Österreich Ausbildung und Forschung gemeinnützige GmbH, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Umeå Universitet, Universität Bern, Refense AG, PLUX, Wireless Biosignals S.A., D2D Holding B.V./ Simulators for healthcare training – Medical-X, Optimización Orientada a la Sostenibilidad S.L., USECON – The Usability Consultants GmbH, Mindconsole, SIM CAMPUS Center for emergency-, crisis and disaster simulation and disaster diplomacy GmbH, ELLINIKI OMADA DIASOSIS SOMATEIO (Hellenic Rescue Team) Servicio Madrileno de Salud

Das Forschungsprojekt MED1stMR (Medical First Responder Training using a Mixed Reality Approach) zielt darauf ab, medizinische Ersthelfer besser auf stressige und hochkomplexe Katastrophensituationen vorzubereiten. Steigende Wahrscheinlichkeiten für Naturkatastrophen aufgrund des Klimawandels, von Menschen verursachte Unfälle und terroristische Bedrohungen erfordern die Entwicklung innovativer technologischer Lösungen, die an die (sektorübergreifenden) Bedürfnisse von Ersthelfern angepasst und umgesetzt werden. Ein Mixed-Reality-Trainingssystem, das ein realitätsnahes Training ermöglicht, ermöglicht das Einüben medizinischer Handlungsroutinen und hilft so, Handlungssicherheit, schnellere Reaktions- und Bewältigungsstrategien zu bilden. Das Training in solchen MR-Umgebungen wird die Belastbarkeit und effektive Leistung von Ersthelfern in medizinischen Notfällen in hochkomplexen und unvorhersehbaren Situationen verbessern. Um die Ausbildung von medizinischen Ersthelfern zu unterstützen, zu unterstützen und zu personalisieren, wird MED1stMR eine tragbare Technologie zur Überwachung der physiologischen Daten der Auszubildenden integrieren. Die im Projekt entwickelten intelligenten elektronischen Geräte können Informationen zu Biosignalen, die über den physiologischen Zustand der Auszubildenden informieren, erkennen und übertragen. Dies liefert Erkenntnisse für die Nachbesprechungssitzungen und kann für die Echtzeit-Szenariosteuerung durch den Trainer (manuelle Steuerung) oder automatisch durch das Trainingssystem durch auf künstlicher Intelligenz basierende adaptive intelligente Szenarien verwendet werden.

 

NIKE-MED

2021- 2023

Partner: Bundesministerium für Landesverteidigung, Disaster Competence Network Austria, IL - Ingenieurbüro Laabmayr & Partner ZT GesmbH, MINDCONSOLE GmbH, SIM CAMPUS GmbH, Universität Innsbruck - Institut für Psychologie

Komplexe Einsätze unter Tage sind auch mit einer massiven Häufung typischer Verletzungsmuster verbunden. Ein Massenanfall stellt an sich bereits eine große Herausforderung dar, weil innerhalb kürzester Zeit die medizinische Versorgung einer Vielzahl von Patienten zu bewerkstelligen ist, in einem komplexen Szenario unter Tag bedeutet dies allerdings ein erhöhtes Aufkommen von Verletzungsmustern, für deren Bewältigung das Gesundheitssystem – weder national noch international – nicht gerüstet ist. Bei diesen Verletzungen handelt es sich um
• Vergiftungen hervorgerufen durch Verbrennungsgase, bewusst ausgebrachte Giftgase oder andere toxische Stoffe aus Gefahrguttransporten
• großflächige Verbrennungen
• stark verunreinigte Schuss- und Splitterverletzungen
• großflächige mechanische Gewalteinwirkung durch Bauwerks- oder Fahrzeugteile
• durch die Extremsituationen hervorgerufene psychische Störungen
• Kontamination mit ABC-Stoffen, die auch für andere Personen und Rettungskräfte eine Gefährdung darstellen
• durch die Dynamiken von Massenpanik verursachten Verletzungen
Diese Verletzungsmuster stellen eine extreme dar und erfordern rasche Erstversorgung, Triagierung, Zuweisung zur richtigen Versorgungskette und möglichst rasche Verbringung zur fachärztlichen Definitivversorgung in spezialisierten medizinischen Einrichtungen unter Ausnützung der verfügbaren nationalen und internationalen Kapazitäten. NIKE MED evaluiert die erforderlichen und verfügbaren Notfallkapazitäten, entwickelt eine Applikation zur Optimierung der Versorgung für die Einsatzkräfte und zeigt Entwicklungsbedarf für den Aufbau strategischer Reservekapazitäten auf. NIKE MED leistet einen essenziellen Beitrag im Rahmen des NIKE Forschungs- und Entwicklungsprogramms zum Erreichen der vollen Einsatzbereitschaft einer spezialisierten Einsatzgruppe mit der Befähigung zum Einsatz unter Tage und damit einen essenziellen Mehrwert für das Staatliche Krisen- und Katastrophenmanagement.

 

NIKE DHQ-RADIV

2021- 2023

Partner: Bundesministerium für Landesverteidigung,  IL - Ingenieurbüro Laabmayr & Partner ZT GesmbH, JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH, Meixner Vermessung ZT GmbH, OHB Digital Solutions GmbH, REALSIM, Syncpoint GmbH

Aktuelle und künftige Einsätze sind von einer enormen Komplexität geprägt. Da in komplexen Systemen die einzelnen Interdependenzen kaum vorhergesagt werden können, ist die Bereitstellung eines umfas-senden Lagebildes zwingend erforderlich, um die Komplexität zu reduzieren und den Entscheidungsträ-gern die erforderlichen Führungsgrundlagen bereitzustellen. Vor allem Einsätze im urbanen Umfeld er-fordern die Integration und Visualisierung enormer und sehr heterogener Datenbestände. Einerseits ist das urbane Umfeld unübersichtlich und wesentliche Räume dem Einblick entzogen, andererseits erfas-sen alle Betreiber von Infrastrukturen eine Vielzahl relevanter Informationen, deren Kenntnis die erfolg-reiche Einsatzführung erst ermöglicht. Allerdings sind diese Daten oft erst bei Bedarf zugänglich und/oder erfordern eine Interpretation durch einen Experten, bevor sie nutzbringend verwendet wer-den können. 
NIKE DHQ-RADIV ist ein essenzielles Teilprojekt des NIKE Gesamtprogramms und wird den Prozess der raschen Datenintegration und Visualisierung dieser Informationen in einem truly comprehensive Common Operational Picture entwickeln. Dabei kommt es darauf an, die laterale Durchgängigkeit unter-schiedlicher Visualisierungssysteme im gesamten Reality – Virtuality Kontinuum (2D  3D  Mixed Reality) sicherzustellen. Derzeit sind nur Einzelanwendungen verfügbar, eine Kollaborationsmöglichkeit besteht nicht.

 

NIKE Submovecon

2020- 2022

Partner: JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH, ASB Graz gemeinnützige Rettung und Soziale Dienste GmbH, ERC Experience Research & Consulting e.U., Ing. Richard Feischl, IL - Ingenieurbüro Laabmayr & Partner ZT GesmbH, Bundesministerium für Landesverteidigung

Terrorismus mit seiner besonderen Gefährdung von Menschenleben in unterirdischer Infrastruktur stellt eine immer komplexere Aufgabenstellung für die Sicherheitskräfte dar. Der Sarin-Giftgasanschlag 1995 in Tokyo, mit 13 Toten und mehr als 6.000 Verletzten zeigte, dass solche Anschläge in Zug-, Auto- und U-Bahntunneln auf viele Tote und Verletzte, Verbreitung großer Panik abstellen. Ziel von NIKE-SubMoveCon ist es, mit einem multidisziplinären Ansatz (automatisationsgestützte Multisensor-Analysen, Assistenzsysteme sowie Individual- und Gruppensoziologie) für Einsatzstrategien auch gegen Terroristen vor Ort wesentliche Forschungsergebnisse zu erarbeiten. Dieser Ansatz soll die echtzeitnahe Generierung eines Gesamtlagebildes ermöglichen, die die Einsatzführung z.B. durch Polizei, COBRA, Bundesheer, Rettung, Feuerwehr, etc. optimiert und somit die Sicherheit involvierter ziviler Personen als auch der Einsatzkräfte wesentlich erhöht.

ROBO-MOLE

2020- 2022

Partner: Disaster Competence Network Austria, TU Graz - Instiut für Geodäsie, TU Graz - Institut für Softwaretechnologie, AIT Austrian Institute of Technology GmbH, JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH, RIEGL Research Forschungsgesellschaft mbH, IQSoft Gesellschaft für Informationstechnologie mbH, CBRN Protection GmbH, E-NETIC, Bundesministerium für Landesverteigung - Kommando Streitkräfte, Berufsfeuerwehr Graz, Berufsfeuerwehr Innsbruck, Berufsfeuerwehr Linz

Ziel von ROBO-MOLE ist es, bei Einsätzen in Tunnels und sonstigen untertägigen Bauwerken erhöhte Sicherheit für Einsatzkräfte und betroffene Zivilpersonen durch Detektion und Identifikation von Gefahrenstoffen und automatische Lagekartenerstellung zu schaffen und einen effizienten Einsatzablauf zu ermöglichen. Beispielsweise stellt ein Gefahrenguttransport-Unfall in einem Tunnel die Einsatzorganisationen aufgrund von Hitze, strukturellen Gefahren, Rauch oder freigesetzten Gefahrenstoffen vor große und gefährliche Herausforderungen. Darum wird ein semi-autonomer Roboter für unterstützende Analyse-aufgaben konzipiert, welcher mit einer breiten Palette an Sensoren (positionsgebende, bildgebende und Gefahrenstoff-erkennende) ausgestattet ist. Diese werden kombiniert, um eine sichere Navigation und Steuerung des Roboters unter schwierigen Bedingungen (Rauch, verstellte Fahrwege, Hitze,…) zu ermöglichen und um Gefahren detektieren und kartieren zu können.

Faserbetonprojekt

2021- 2024

Partner: Asfinag, ÖBB, D2 Consult International GmbH, Kirchdorfer Fertigteilholding GmbH, Porr AG, Material Consult Dr. Pichler ZT GmbH, PCC precast concrete consulting ZT GmbH, LAFARGE Zementwerke GmbH, Master Builders Solutions GmbH, Bekaert S.A., Contec Fiber AG, Montanuniversität Leoben, TU-Graz

Je nach geologischen und geotechnischen Erfordernissen und den damit zusammenhängenden Vortriebsmethoden kommen für die dauerhafte Sicherung und Stabilisierung eines Tunnelbauwerks unterschiedlichste Ausbaukonzepte zum Einsatz, welche den Belastungen von Gebirge, Bergwasser aber auch den Betrieb über Zeiträume von zumindest einem Jahrhundert standhalten müssen. Beim Einsatz von geschildeten Tunnelvortriebsmaschinen wird im Anschluss an den rotierenden Bohrkopf der Tunnelausbau mittels bewehrter Betonfertigteilsegmente, sogenannter Tübbinge bewerkstelligt. Diese Segmente sind bisher aufgrund der in Österreich gültigen Tübbingrichtlinie nur als stabstahlbewehrte Betonfertigteile realisierbar. Der Bewehrungskorb von Tübbingen ist komplex und äußerst aufwendig in der Herstellung. Im Betonbau hat sich inzwischen Faserbeton als geeignete Alternative zu stabstahlbewehrtem Beton für spezielle Anwendungen international etabliert. Das wesentliche Ziel des Vorhabens ist die Schaffung einer Grundlage, um den Einsatz von faserbewehrten Tübbingen in Österreich zu ermöglichen. Hierzu müssen die Fragen nach Bemessung, Herstellung und Qualitätssicherung mit einer ausreichenden Tiefe beantwortet werden. Es sind Misch- und Herstellungsversuche zur Feststellung der optimalen Eigenschaften des Frischbetons sowie der Faserverteilung und -orientierung erforderlich. Zusätzlich sind Bauteil- und Modellversuche durchzuführen, sowie die Entwicklung eines Rechenmodells zur Bemessung und besseren Charakterisierung von Tübbingen vorgesehen.

 

FCCIS - Future Circular Collider Innovation Study

Die Future Circular Collider Innovation Study liefert einen konzeptionellen Entwurf und einen Umsetzungsplan für eine neue Forschungsinfrastruktur, bestehend aus einem 100 km langen Ringtunnel und einem Dutzend Oberflächenstandorten. FCCIS wird akademische und industrielle Führungskräfte anziehen, um einen machbaren und erschwinglichen Plan zu entwickeln, der Ökodesign und Ressourceneffizienz schon in einem frühen Stadium einbezieht. Das Projekt umfasst die Zusammenarbeit mit den Gaststaaten Frankreich und der Schweiz, um sicherzustellen, dass sich die Infrastruktur an die territorialen Randbedingungen anpasst. CSIL leitet das WP-Set, um den Finanzfahrplan des Infrastrukturprojekts zu entwickeln, der Kostenschätzungen, Finanzierungsplan und sozioökonomische Folgenanalysen umfasst. Die sozioökonomische Wirkungsanalyse wird den Mehrwert dieser Infrastruktur in der ersten Phase aufzeigen und als Grundlage für die Entwicklung eines Förder- und Umsetzungsplans dienen. Dieses Projekt betont den Prozess des Aufbaus von Benutzerkapazitäten mit theoretischen und experimentellen Physikern auf internationaler Ebene, um die Nutzung der Anlage von Anfang an sicherzustellen.Die FCCIS veranstaltet den internationalen Wettbewerb „Mining the Future“, der sich der Herausforderung stellt, das wichtigste Abbaumaterial, ein weiches Sedimentgestein namens Molasse, in eine Ressource zu verwandeln.
miningthefuture.web.cern.ch

 

AVANT

2020- 2022

Partner: Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen - STUVA-e-V., geoteam Ingenierugesellschaft mbH, eguana GmbH, Züblin Spezialtiefbau GesmbH

Zur Abdichtung und Verfestigung des Baugrunds können bei Tunnelvortrieben vorauseilende Sicherungsmaßnahmen wie Injektionen erforderlich sein. Da diese die Vortriebsleistung mitunter drastisch reduzieren, kommt ihrer effizienten Auslegung große Bedeutung zu. Injektionsmittel, -parameter und Abbruchkriterien werden an die vorliegende Baugrundsituation angepasst, die im Bedarfsfall adaptiert werden. Digitale Datenaufzeichnungssysteme werden überwiegend zur Dokumentation für das Qualitätsmanagement genutzt. Im Projekt AVANT sollen diese Daten verwendet werden, um Tunnelvortriebe und zugehörige Injektionsmaßnahmen noch effizienter und wirtschaftlicher durchführen zu können. Kernidee ist die frühzeitige untertägige Weiterverarbeitung und Optimierung des Bauablaufs, anstatt diese bloß für Dokumentationszwecke zu archivieren. Auf mehreren Ebenen sollen dazu Methoden der künstlichen Intelligenz zum Einsatz kommen, um beispielsweise Bohrdaten und typische Druck-Mengen-Verläufe zur Charakterisierung der Injizierbarkeit und Abschätzung der Injektionsreichweiten heranzuziehen und Experten-Knowhow für unerfahrene Mitarbeiter in einer Wissensdatenbank bereitzustellen.

Nike Bluetrack

2020- 2022

Partner: OBH Digital Solutions GmbH, TU Graz - Institut für Geodäsie, Arbeitsgruppe Navigation,  IL - Ingenieurbüro Laabmayr & Partner ZT GesmbH und Bundesministerium für Landesverteidigung

Komplexe Einsätze unter Tage sind durch fehlende Beleuchtung und Belüftung, die Umfeldbedingungen in einer weitverzweigten Infrastruktur sowie einen hybrid agierenden, initiativen Gegner gekennzeichnet und bringen die Einsatzkräfte mit steigender Eindringtiefe rasch an ihre Leistungsgrenzen. In einem derartigen Szenario ist die Orientierung unter Tage von essenzieller Bedeutung. Auf Grund der multidimensionalen Verzweigtheit von Untertagebauwerken sowie, der eingeschränkten Sicht und dem daraus resultierenden Schwierigkeiten in der Orientierung ist die genaue Positionierung eigener Kräfte überlebenswichtig. 

TransIT

2020- 2024

Partner: Johannes Kepler Universität Linz, TU Wien 

Im Projekt TransIT (Plattform zur digitalen Transformation im Tief- und Tunnelbau) arbeiten Forschungsgruppen der Montanuniversität Leoben, der Johannes Kepler Universität Linz und der Technischen Universität Wien mit komplementären Expertisen multidisziplinär an der Umsetzung von Digitalisierungsthemen im Tief- und Tunnelbau.
www.tunnellinghub.at

 

BRAFA

2019- 2021

Partner: TU Graz, ILF Consulting Engineers Austria GmbH, Österreichischer Bundesfeuerwehrverband

Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen und Antriebssystemen werden aus Klima und Umweltschutzgründen verstärkt in den Einsatz kommen. Das Verhalten derartiger Fahrzeuge bei Unfällen mit Brandauslösung ist jedoch größtenteils noch unerforscht. Anhand dieses Forschungsprojektes soll der Wissensstand über die Entwicklung, die Folgen und Risiken von Bränden von Fahrzeugen mit alternativen Antriebssystemen merklich verbessert werden. Dies ist notwendig, um den bestehenden Sicherheitsstandard der Straßeninfrastruktur (vornehmlich bei Straßentunnel) erhalten zu können und Einsatzkräften (Feuerwehr, aber auch Rettung und Ersthelfer) die Einschätzung von Gefahrensituationen ermöglichen zu können.

ETU-ZAB

2018- 2021

Partner: Bundesministerium für Inneres, Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport, Disaster Competence Network Austria, ÖBB Infrastruktur AG, Österreichischer Bundesfeuerwehrverband

Österreich verfügt über eine große Anzahl an Untertage-Infrastrukturen wie Straßen- oder Eisenbahntunnel, U-Bahnstationsbauwerke und -streckenröhren, untertägige Energieversorgungsanlagen, Wasserver- und -entsorgungsanlagen, Kommunikationsinfrastrukturen, untertägige Bergbauanlagen, Tiefgaragen, Bergbahnen und ähnliche. Alleine bei Straßentunnelanlagen sind derzeit insgesamt 164 Tunnel mit 383 km Länge in Betrieb, bei Eisenbahntunnelanlagen sind es 246 Anlagen mit insgesamt 254 km Länge. Die Brandkatastrophen von Kaprun, im Mont Blanc- und im Tauerntunnel aber auch Terroranschläge wie jene in der Londoner und St. Petersburger U-Bahn sowie nicht zuletzt das Grubenunglück Lassing gaben Anlass zur Intensivierung der Anstrengungen für die Sicherheit. 
Erhöhung der Sicherheit in Untertagebauwerken sowohl während der Bau- als auch während der Betriebsphase. Die Ereignisse verdeutlichen auch die Notwendigkeit einer akteursübergreifenden Zusammenführung und Weiterentwicklung von Kompetenzen zur Abwicklung von Einsätzen in Untertage-Infrastrukturen.
Das Konsortium vereint aus diesem Grund die wichtigsten bei Ereignissen in Untertage- Infrastrukturen involvierten Organisationen und InfrastrukturbetreiberInnen, um vorhandene Notfallkompetenzen zu Themen der Prävention, der Folgenbewältigung nach Ereignissen und der sicherheitstechnischen Optimierung von derartigen Infrastrukturen zu bündeln.

 

DrainRepair

2020- 2023

Partner: NordoTube Technologies SE, RTi Austr

Drainagesysteme dienen in druckwasserentlasteten Tunnelbauwerken der permanenten konzentrierten Ableitung des anfallenden Grundwassers. Diese Maßnahme ist notwendig, um bei höheren Überlagerungen durch den Grundwasserspiegel den Tunnel überhaupt errichten zu können bzw. dient dazu, eine technisch und wirtschaftlich zweckmäßige Konstruktion zu ermöglichen. Zur Sicherstellung der Funktionstüchtigkeit der Bauwerke müssen diese Drainagen in regelmäßigen Abständen gewartet und gereinigt werden. Vor allem bei schwer lösbaren Versinterungen kann sich der Aufwand für die Reinigung von Drainagerohren exorbitant erhöhen, wodurch es nicht nur zu höheren Kosten in der Erhaltung, und reduzierter Verfügbarkeit der Tunnel, sondern auch zu Schäden an den Drainage-Rohren selbst kommen kann.Das prinzipielle Ziel des gegenständlichen Projekts ist die Auswahl und Optimierung bereits vorhandener Verfahren zur Sanierung von Drainagerohren. Obwohl der primäre Fokus im gegenständlichen Projekt auf dem CIPP-Verfahren liegen soll, muss dennoch berücksichtigt werden, dass in manchen Fällen andere Verfahren eventuell geeigneter sind. 

 

NIKE

Im Rahmen des Forschungsvorhabens NIKE(NIKE steht für Nachhaltige Interdisziplinarität in Komplexen Einsätzen untertage) beschäftigen sich die Streitkräfte des Österreichischen Bundesheeres in einem interdisziplinären Ansatz mit Verfahren zur Bewältigung komplexer untertägiger Einsätze, führen die erforderliche Ausbildung durch und entwickeln eine VR-fähige 3D-Umgebung für Einsatzführung und Training. Das Zentrum am Berg bietet dabei die ideale Forschungs-, Entwicklungs- und Trainingsplattform. Die Partnerschaft zwischen dem Kommando Streitkräfte und der Montanuniversität Leoben ermöglicht den optimalen Austausch im Rahmen der experimentellen Fähigkeitsentwicklung.

 

GEMEG

2018- 2021

Partner: Geodata Ziviltechnikergesellschaft mbH, Zentralanstalt für Meterologie und Geodynamik

Diese FFG Bridge Projekt soll die Vorauserkundung im Tunnelbau durch die Entwicklung von neuen geophysikalischen Messmethoden, neuen Ansätzen zu mathematischen Lösung dieser und einen anschließenden Brückenschlag mit noch unbekannten, geotechnischen Herausforderungen revolutionieren. Diese noch unbekannten Parameter beinhalten eine genaue Beschreibung des Gesteins an und hinter der Ortsbrust im sowohl konventionellen als auch maschinellen Tunnelvortrieb. Für den maschinellen Tunnelvortrieb soll eine neue Methode zur Ermittlung der bis dato noch unbekannten mathematischen Transferfunktion ermittelt werden, die wiederum in den konventionellen Tunnelbau übertragbar sein kann. Das Projekt zielt auf eine Verbesserung der Arbeitssicherheit im Tunnelbau sowie auf eine ökonomisch, realisierbare Durchführung internationaler Tunnelbauprojekte ab. 

 

RICAS2020

Die RICAS2020-Entwurfsstudie für die europäische unterirdische Forschungsinfrastruktur im Zusammenhang mit dem fortgeschrittenen adiabatischen Druckluftspeicher (AA-CAES) wird Konzepte zum Aufbau einer Forschungsinfrastruktur für die unterirdische Speicherung sehr großer Mengen grüner Energie liefern. Der große Vorteil der neuen Konzepte besteht darin, dass die unterirdische Energiespeicherung unabhängig von den geologischen Gegebenheiten und auch an allen Orten mit hohem Energiebedarf durchgeführt werden kann.
RICAS2020 wird als Erweiterung der Forschungsinfrastruktur Research @ ZaB in Eisenerz, Österreich, errichtet, die von der österreichischen Regierung finanziert wird und als europäische unterirdische Forschungs-, Trainings- und Testeinrichtung für unterirdische Mobilität einschließlich Tunnel und U-Bahnen konzipiert ist.

Dragon

In naher Zukunft werden in der europäischen Tiefbauindustrie voraussichtlich rund 800 Millionen Tonnen Bodenschätze aus Tunneln, U-Bahnen und anderen unterirdischen Bauten wie unterirdischen Kraftwerken, Abwassertunneln usw. abgebaut. Derzeit wird dieses Aushubmaterial in der Regel auf Deponien entsorgt. Eine effiziente Nutzung vor Ort oder in anderen Industriebereichen ist daher von großem wirtschaftlichem und ökologischem Interesse.

RecyMin – Recycling künstlicher Mineralfasern

2018- 2022

Bei einem Rück- oder Umbau von Gebäuden fallen große Mengen an Mineralwolleabfällen an. Ein Recycling dieser Abfälle ist in Österreich derzeit nicht durchführbar, daher müssen Mineralwolleabfälle deponiert werden. Ziel des Projekts RecyMin ist es, Mineralwolleabfälle zukünftig der Verwertung und dem Recycling zuzuführen.

Demzufolge wird im Projekt die Basis dafür geschaffen, dass durch gezielte Aufbereitungsschritte deponietechnische Eigenschaften verbessert werden, Mineralwolleabfälle als Ersatzrohstoff oder Zumahlstoff in der Zementindustrie eingebracht werden können, Mineralwolleabfälle als Bergversatzprodukte eingebracht werden können und ein Konzept für die Rückführung in die Mineralwolleindustrie geschaffen wird.